Foto: Brandenburger Tor von Olaf Schneider / pixelio.de
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Berühmte Konditoreien bestimmten in Berlin...

In kurzer Zeit entstanden jetzt, nach dem Vorbild der Schweizer, weit über die Grenzen Berlins hinaus, berühmte Konditoreien. Ihre Gründer waren fast ausnahmslos Nicht-Berliner. Namen wie Volpi, Josty, Stopanie, D'Heureuse, Gumpert, Kranzler und viele andere gehörten dazu.

Zwei Tatsachen begründeten ihren Ruhm im Berlin der Biedermeierzeit: Eirural die Köstlichkeit der angebotenen Waren und die Einrichtung eines "Lesekabinetts". Sie wurden zum Treffpunkt der politisch interessierten Kreise und erreichten damit eine Bedeutung, die sie im Mittelpunkt aller fortschrittlichen Berliner Bürger und ihren Gedanken stehen ließen. Dabei schufen sie ganz nebenbei die unnachahmliche Berliner Cafe-Haus-Atmosphäre, die den eigentlichen Grundstock für die Cafehauskultur in Europa wurde.

Das Güteschild "Konditorei" verführte natürlich so manchen zweifelhaften Zeitgenossen im Berlin der Biedermeierzeit zur Einrichtung "eines Etablissements" mit "besonderen Vorzügen". Der Volksmund nannte diese bald anrüchigen Lokale "Winkel-Konditoreien". Solche "Gasthäuser" konnten natürlich das gute Renommee der echten Berliner Konditoreien nicht in Frage stellen.